Regen – Welcher Regen? – Der Kinderparcours beim Willkommensfest

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Es war schon faszinierend zu sehen, wie anders die Flüchtlingskinder doch mit Regenwetter umgehen, als wie wir das so gewöhnt sind. Manchmal hätte man beim Kinderparcours am Willkommensfest wirklich meinen können, dass das Wasser, welches nicht gerade zu sparsam vom Himmel kam, in den Kindern erst recht die Begeisterung geweckt und sie zum Mitmachen beflügelt hat. Während wir beim Vorbereiten der eiligst improvisierten Not-Version des Parcours noch etwas traurig waren, weil wir die mühevoll und lange im Voraus geplanten Stationen nicht so einrichten konnten wie gedacht, motivierte uns diese Begeisterung ruck zuck. Besonders als wir sahen, dass die Schlangen vor den Stationen ganz schnell immer länger wurden und manche Kinder sogar ein zweites Mal die Runde drehen wollten und dafür ganz artig anstanden…

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… auch schien es so zu sein, dass die Riesen-Seifenblasen im Regen fast noch besser gedeihen würden als im Sonnenschein. Anfangs brauchte es noch etwas Anleitung durch die Helfer…

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… aber dann ging das doch auch ganz von alleine und es entstanden tolle Gebilde, die ganz bunt in allen Farben auf der dünnen Seifenhaut schillerten. Das hier könnte doch fast ein Wal sein, oder nicht? …

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… Wir hatten uns auch das Ziel gesetzt, die Bewohner beim Helfen gleich mit einzubinden, es sollte ja ein gemeinsames Fest werden. Und wer hätte es gedacht, was die männlichen Bewohner am besten zum Helfen animierte, war das Einschlagen von Nägeln in den Balken, den wir unter einem notdürftig aufgestellten Zelt platzierten, unter dem sonst am Sonntag an der Unterkunft immer Fahrräder repariert werden. Auch die Mädchen bewiesen ihr Geschick, das demjenigen der Jungs um nichts nachstand. Für diesen Balken danken wir ganz herzlich der Handwerkskammer Stuttgart, die ihn für das Fest zur Verfügung gestellt hatte …

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… Ganz witzig war, dass es Stationen gab, wie diese hier mit dem „heissen Draht“ bei dem sogar die jungen Männer sich herausgefordert sahen und Lust zum Mitmachen bekamen (oder war es die Schokolade, die lockte?). Unter denjenigen, die hier ganz ohne Fehler durchkamen waren aber deutlich mehr mit einem Alter unter 20 Jahren …

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Die Begeisterung war dann schließlich so groß, dass sich manche Kinder sogar noch zusätzliche Herausforderungen einfallen ließen. Hier Zahra, die den Eierlauf mit geschlossenen Augen bewältigen wollte, der von der Wiese behelfsweise auf die Treppe verlegt wurde, weil darüber ein kleines Dach war. Die Treppe hat es natürlich auch nicht leichter gemacht, aber für Zahra war das gar kein Problem, sie machte das ganz souverän …

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… aber auch die kleineren haben die Treppe mit Bravour gemeistert, ohne das Ei zu verlieren, das zur Vorsicht doch besser mal aus Kunststoff war …

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…eine besondere Herausforderung war die Station, an der man in einen Schuhkarton greifen musste, in dem an der Front ein Loch mit einem Tuch als Sichtschutz angebracht war. Die Gegenstände, die man im Innern ertasten konnte, galt es auf einem Blatt wieder zu erkennen und wenn der Wortschatz dann auch reichte, konnte man den Namen noch versuchen auf Deutsch zu sagen, aber das war nicht immer ganz so einfach …

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… Glücklicherweise gab es hinter der Halle noch ein kleines Hüttchen, das ebenfalls ein Vordach hatte, da passte eine kleine Schleuder für Papierkügelchen hin, die man mit viel Geschick in einen Korb befördern konnte. Wie viele Kügelchen verschossen wurden, war nachher auch am Boden zu sehen, da musste am Ende richtig der Besen geschwungen werden um die Unmenge an Fehltreffern wieder einzusammeln. Leider musste auch die mühevolle Planung für die Torwand zunächst mal aufgegeben werden und dem Verein der Sportfreunde als bereitwilliger Verleiher wieder abgesagt werden. Aber die Kinder schien das gar nicht zu bremsen, denn auch die Ersatzlösung, bei der Tennisbälle statt ins Tor in einen Eimer geworfen werden mussten, wurde genauso mit Begeisterung aufgenommen …

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… Und schließlich Dank der freundlichen Spende der Firma Ritter Sport aus Waldenbuch, gab es am Ende des Parcours auch noch eine echte Belohnung, die nicht nur von den Kindern gerne verspeist wurde. Klar, die Belohnung erhielt man selbstverständlich auch dann noch, wenn auf der liebevoll gestalteten Stempelkarte, die nun völlig durchweicht war, nur noch an den verwässerten Farbtupfern erkennbar war, dass die Stationen ordnungsgemäß besucht wurden. Wir Helfer von der AG Freizeit und der AG Kinderzimmer schauten uns am Ende nur lachend an, denn offensichtlich war der „Trotz-Regen-Parcours“ ein weiterer Hit auf dem genauso gelungenen Fest mit toller Stimmung, die dem Wetter in jeder Hinsicht trotzte. Es war ein schönes Beispiel für eine gemeinsame, die AGs übergreifende Zusammenarbeit, gemeinsam mit den Bewohnern. Vielen Dank an alle die geholfen haben und vor allem an die Kinder, ob einheimisch oder aus den Flüchtlings-Unterkünften, die richtig gute Laune versprüht haben und uns damit wirklich angesteckt haben, so dass wir am Ende trotz aller „Herausforderungen“ genauso unsere Freude hatten.

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