Was in letzter Zeit im Frauenzimmer so los war

Im März
In diesem Monat war in vielen islamischen Ländern Now Rouz (Neujahrsfest) und  das feierten wir mit den Frauen mit Tee und Gebäck. Eine schöne Sache war auch das Bekleben von Ordnern mit der Serviettentechnik, damit die Frauen Ordner für ihre Dokumente bekamen.
Da es endlich Frühling wurde, boten beide Gruppen unabhängig voneinander einen Spaziergang an. Vom Guts-Muths-Weg aus ging es zum Haus des Waldes. Einige Kinder begleiteten uns, so dass wir am Ende noch gemeinsam auf dem Spielplatz waren.
Passend zum Osterfest wurden auch Osterhasen und bunte Körbchen gebastelt.

Im Februar
Die Gruppe im Guts-Muths-Weg startete ein Großprojekt: Einen Wandbehang als Gemeinschaftswerk anfertigen.   Wir brachten dazu originelle große Knöpfe und Perlen, bunte Wolle, wunderschöne Stoffe (Samt und Seide) mit. Alles um es auf den Wandbehang aufzunähen. Es war angedacht, Blumen zu häkeln, sticken, stricken usw. Alle Handarbeitsfähigkeiten sollten zum Einsatz kommen.
Weit sind wir das erste Mal nicht gekommen. Aber wir sind dran geblieben und hängten noch mehrere Mittwoche dran. Wir hatten auch parallel Wolle und Stricknadeln zu verschenken organisiert. Das lief ein kleines bisschen aus dem Ruder. Wir hatten danach plötzlich keine farbige Wolle mehr für den Wandbehang und mussten nachkaufen.  Das mit dem Schenken und Nehmen ist immer noch ein Lernprozess, auch für uns. Ungewohnt war es für die Frauen, dass die Bommeln, Blumen und was alles entstand auf den Teppich sollte und nicht zum Mitnehmen gedacht waren. Doch sie kamen jeden Nachmittag wieder. Es hatte ihnen Freude gemacht zusammenzusitzen und die Nadeln klappern zu lassen.

 

Im Januar
Beide Gruppen verstärkten ihre Aktivitäten in Richtung Deutsch lernen. Bei einem Treffen brachten wir Zeichnungen des menschlichen Körpers mit, lernten die deutschen Begriffe und tanzten zu Musik, wobei sich immer nur eine aufgerufenes Körperteil (Kopf, Fuß, Popo, Arme…) bewegen durfte. Das löste allgemeine Heiterkeit aus.
Ein Nachmittag gab es in derselben Woche in beiden Gruppen wieder  leckeren Obstsalat. Auch das „Programm“ wurde für das Lernen der Begriffe für die Zutaten inklusive der Tätigkeiten, die erforderlich sind, bis der Obstsalat verzehrt werden kann genutzt.
Während des Essens erfuhren wir Einzelheiten über die Familien der anwesenden Frauen, z.B. Zahl und Alter der Kinder/ Enkelkinder, woher sie kommen, wer einen Kindergartenplatz hat, wer  in einen  Deutschkurs geht, welche Ehemänner einen Arbeitsplatz in Aussicht haben.
Wir lernten Zahlen bei der Angabe unseres Alters und immer wieder kamen die Sprachspiele zum Einsatz.